
DER SHELTIE
Der kleine Hund mit der großen Seele.
Lernt man so einen kleinen Kerl näher kennen, findet man fabelhafte Dinge, die man dem zunächst zurückhaltend erscheinenden Wesen gar nicht zutrauen würde.
Seine Abstammung liegt wie bei allen Fabelwesen hinter einem Schleier verborgen. An den Wurzeln seiner Ahnen dürfte aber der Border-Collie stehen, der mit verschiedenen kleinen Hunderassen , etwa dem finnischen Spitz und dem Schipperke, gekreuzt wurde. Später dann auch der Collie wie wir ihn heute kennen. Von ihm hat der Sheltie sein äußeres Erscheinungsbild erhalten. In Büchern um die Jahrhundertwende sieht der Sheltie dem Border noch sehr ähnlich. Der erste Standard des Sheltie stammt aus dem Jahr 1909. In diesem wird er als "Collie in miniature ideal height 12 inches " beschrieben. Im heutigen Standard steht als Idealmaß für die Schulterhöhe beim Rüden 36,8 cm und für die Hündin 35,5 cm.
Der Sheltie ist das Ergebnis einer jahrzentenlanger Zuchtbemühung, auf den Shetland Inseln einen kleinen, widerstandsfähigen Schäferhund zu erhalten.
Auf den kleinen, unwirtlichen Inseln herrschen Witterungsbedingungen, die von den kalten arktischen Strömungen dominiert werden. Nur dem warmen Golfstrom ist es zu verdanken, daß es wenigstens kurzzeitig so etwas wie einen Sommer gibt. Dieser Vegetationsschub reicht aber gerade für grüne Matten und eine karge Feldwirtschaft. Kein Wunder also, wenn die Bewohner dieser Insel lernen mußten, alles was ihnen an Raum und Vegetation zur Verfügung steht, optimal zu nutzen. Ein guter Ausweg zeigte sich in der Minimation. So wurden die Shetland Insel zur Wiege von Zwerg-Rindern, -Schafen und Zwergpferden, den überall bekannten Shetlandponys. Um diese Zwergrassen zu führen und zu bewachen, genügte dann auch ein kleiner genügsamer, aber tapferer Hund, der auf sich allein gestellt in der Lage sein mußte, seine Hüteaufgabe selbständig zu bewältigen. Nebenbei zählte und zählt es zu seinen Aufgaben, zu verhindern, daß Fremde die uneingezäunten Felder betreten oder wilde Tiere die kostbare Ackerfrucht vernichten. Daß er zwischen und neben all diesen Aufgaben selbstverständlich noch auf Haus und Hof achten konnte, brachte ihm in seiner Heimat auch den Namen Peerie dog ein, was soviel wie spähender, aufmerksam blickender Hund bedeutet.
Der Sheltie ist also ein gelehriger, mutiger, aber nicht kampflustiger, flinker und unaufdringlicher Hausgenosse, der seine Familie nie im Stich läßt und mit ihr durch dick und dünn geht. Sich aber von Fremden nicht gerne anfassen läßt und auch nicht mit jedermann mitgeht.
Der Körperbau soll Kraft und Gewandtheit zeigen, seine Bewegungen und das Gangwerk sollen leicht und graziös, doch kraftvoll im Veerhältnis zur Größe sein.
Der Sheltie soll einen intelligenten wachen, aber nicht nervösen Eindruck machen, wobei er Fremden gegenüber eher mißtraurisch sein soll.
Er kommt in den Farben gold-sable tricolour und blue-merle vor, sehr selten sind schwarz/weiß. Die Augen sind immer dunkel, ausgenommen bei blue-merle, da dürfen die Augen auch blau sein. Das Haar soll einem Hütehund entsprechend in der Unterwolle sehr dicht und das Deckhaar wasserabstoßend und hart sein. Durch seine relativ geringe Größe und seine charakterliche Veranlagung ist der Sheltie ein idealer Familien und Wohnungshund, der sich aber auch über ausgedehnte Spaziergänge sehr freut.